Burnberry, das ätzende Buch

Burnberry kennenzulernen heißt zu begreifen, wie man sich in der Welt selbstbewusst durchzusetzen vermag. Klar, Burnberry wird von Anthologien begleitet, die sich um den Lebenssinn „Nee, nee! Nicht Du, sondern Ich!“ drehen. So handelt seine ganze Familie, seine ätzende Bekanntschaft ist ein einziger Chaotensumpf. Aber hallo, bei ihm geht’s stets locker mit Humor und genial ausgefeilten Ideen immer geradeaus. Leider nicht vermeidbar: Seine Wahnsinnssprüche und ein Benehmen, die sogar den hartgesottenen Mentalitäten auf den Keks gehen. Selbst sein Hund kann eine Geschichte erzählen, die kaum ein Auge trocken lässt. Eine echte Humorsatire niedlicher Geschichten, unterstützt von einer „Werbung“ für Gruppenkurse, die ihresgleichen sucht!

Aber was ist Burnberry wirklich? Tja, – oben krass, unten grell, in der Mitte spitz! 

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Eine klitzekleine Leseprobe

… er verließ schließlich seinen Heimatort und trat um die Jahrtausendwende eine Ausbildung als Kaufmann im Einzelhandel an. Verwaltungstechnisch lag das ihm, nur der Umgang mit Kunden war verbesserungswürdig, er hatte da nicht nur manchmal so seine Eigenarten. Seinem Chef, Abteilungsleiter Herrentextilien in einem Kaufhaus in Hannover, war schon länger sein relativ unfreundlicher Umgang mit den Kunden aufgefallen. Burnberry hatte wegen seiner Ungeduld häufig Probleme, die übertriebende Fragerei und Penibilität einiger Kunden strapazierten oft seine Nerven. Der Fall mit der jungen Frau und ihrem Vater kostete ihm schließlich die Stellung. Dabei begann das alles eher harmlos:

   Die Frau, höchstens Ende Zwanzig, fragte nach einem Kostüm für ihren Vater wegen einer bevorstehenden Veranstaltung einer Kappensitzung vom Karneval. Zuerst glaubte er der Frau nicht so recht als sie ihm mitteilte, ihr Vater hätte gesundheitliche Probleme mit dem rechten Bein und dem Kopf und könne deshalb nicht auf jedes Kostüm zurückgreifen. Sie wäre auch bereit, ein spezielles Kostüm für ihren Vater zu bestellen. Burnberry erfuhr von ihr, dass der Vater ein künstliches, abnehmbares rechtes Unterbein und auf dem Kopf eine Glatze hätte, die braune, unappetitlich aussehende Flecken zeigte. Ihm fiel aber sofort ein Vorschlag ein. Er würde für ihren Vater ein Holzbein zur Montage und dazu noch ein gepunktetes Kopftuch bestellen, so könne er als Pirat auftreten. Die Frau bedankte sich und fragte zuhause ihren Vater. Als sie wieder zu Burnberry in das Kaufhaus kam, gab sie die Beschwerde ihres Vaters weiter: Der wäre völlig entsetzt gewesen, weil ja das Holzbein genau das betonen würde, was andere nicht wissen sollten. Und ein Glatzentuch? Nee, ein derartig dämliches Kostüm kann er nicht tragen und so etwas will er auch nicht haben!

   Burnberry wurde erstmals missmutig, hielt er seinen Vorschlag mit dem Piratenkostüm doch durchaus für passend. Dann schlug er der Tochter vor, ihr Vater solle das Kostüm eines Mönches bestellen, also braune Kutte bis zum Boden und einen Kranzhaarschopf für die bepickelten Kopfseiten, denn eine Kranzglatze passt zu jedem Mönch. Am nächsten Tag war sie wieder da und  berichtete ihm von der Meckerei ihres Vaters. Dieser wäre nun ganz fassungslos gewesen. Ausgerechnet seine Glatze soll er zeigen? Das will er nicht! Und, so teilte sie nun Burnberry mit, ihr Vater meinte, sie solle einen fähigeren Verkäufer und nicht so eine hölzernde Dumpfbacke wie ihn befragen. Burnburry ärgerte sich maßlos, hatte er es doch gut gemeint. Seine Antwort fiel deshalb kurz und knapp aus.

   »Sagen Sie Ihrem Vater, er soll sich ein Glas braunen Sirup kaufen und den Inhalt über seine Glatze kippen. Bestellen Sie dann bei mir nur das Holzbein, stecken Sie es in seinen Arsch und binden das andere Bein hoch. Das turnt ihn nicht nur an, sondern er kann jetzt auch als glasierter Apfel am Stiel auf seiner Karnevalsfeier erscheinen!«

Burnberry war danach knapp 4 Wochen arbeitslos, aber seine Geschichte geht weiter…

 

DER KLAPPENTEXT:

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